Besuchstipp für München: Glyptothek
Glyptothek in München am Königsplatz
Viele Menschen interessieren sich für die Zeitzeugen vergangener Jahre oder Jahrhunderte und sie besuchen viele Ausstellungen und Museen, um ihren Wissensdurst zu stillen.
Wenn man sich für Skulpturen, Vasen, Goldschmuck und sonstige Zeitzeugen aus der Antike interessiert und sich in München aufhält, dann sollte man auf keinen Fall einen Besuch in der Münchner Glyptothek versäumen. Selbst viele Münchner Einwohner haben die Glyptothek noch nicht besucht, sie wissen vielleicht nicht einmal, dass es sie gibt und was sie in ihrem Inneren beherbergt.
Hier findet der interessierte Besucher, ebenso wie der Kunstexperte, ein breites Feld von faszinierenden Exponaten, die einzigartig sind. Sie sind aus aller Welt zusammen getragen, zum Teil von solchen Persönlichkeiten wie König Ludwig I., der ein begeisterter Anhänger der antiken Kunst war. In dem Haus finden Ausstellungen und Sonderausstellungen statt, Veranstaltungen und Führungen beleben das Ambiente dieses Hauses. Man findet Kunstwerke, Originale und keine Nachbildungen, die zum Teil aus weltbekannten Stiftungen stammen und einzigartige und wunderschöne Exponate sind, die den Betrachter in ihren Bann ziehen.
Sehen und erleben
Glyptothek, was ist das? Dieser Begriff setzt sich aus „Glypton“ (Plastik) und dem Begriff „Pinakothek“ (von Pinax: Tafelbild, Gemälde) zusammen. Demzufolge ist eine Glyptothek eine Sammlung von antiken Steinskulpturen und geschnittenen Steinen. Und das kann man hier bewundern und bestaunen. Die Sammlung der griechischen Vasen, die von König Ludwig I. zusammengetragen wurde, stammt ursprünglich aus erstklassigen italienischen Sammlungen und bildet neben den Skulpturen und den Sammlungen von Glas, Terrakotta und Bronzen den Hauptteil der ständigen Ausstellungen. Auf den Vasen ist der Alltag der Antike nachempfunden, sowie Themen der Mythologie.
In der Metallkunst sticht besonders der Totengoldkranz von Armento hervor, aber auch der Goldschmuck aus etruskischen und griechischen Werkstätten bezaubert den Betrachter. Als ganz besondere Attraktionen zählen die Sammlungen von feinsten Luxusgläsern und Kleinbronzen, die hier nicht vergessen werden sollten.
Besonders beeindruckend sind die Skulpturen, wie zum Beispiel die Medusa Rondanini und vor allem der Barberinischen Faun im Eingangsbereich. Auch die wertvollen Giebelfiguren vom Aphaia-Tempel in Ägina, der so genannten Ägineten sollen hier nicht vergessen werden, ebenso wenig das Grabrelief der Mnesarete, Alexander Rondanini und die trunkene Alte.
Im Besitz der Glyptothek befinden sich weitere wertvolle Artefakte, zum Beispiel die Bildnisse der Göttin Eirene und des Diomedes, ersteigert 1815/1816 in Paris, der Ilioneus von Kronprinz Ludwig 1814 in Wien selbst erworben und der Apoll von Tenea.
Aber das ist noch nicht alles, was die Glyptothek anbietet. Es werden Ausstellungen angeboten, die ein breites Publikum ansprechen. So zum Beispiel die Ausstellung:
„Bilder vom Tod – Weißgrundige Lekythen im klassischen Athen“ eine Ausstellung in den Staatlichen Antikensammlungen im Zeitraum vom 22. Juli 2010 – 27. Februar 2011
oder die Ausstellung „Zauber in edlem Stein – Antike Gemmen“ Die Stiftung Helmut Hansmann.
Eine Ausstellung in den Staatlichen Antikensammlungen im Zeitraum vom 20. Mai 2010 – 27. Februar 2011. Verlängert jetzt bis Februar 2012.
Geschichte der Glyptothek
Nach den Entwürfen Karls von Fischer ließ der Architekt Leo von Klenze diesen Platz in der Form eines antiken Forums bebauen. Dabei handelte er im Auftrag von Kronprinz Ludwig, dem späteren König Ludwig I. Das Gebäude am Königsplatz in München wurde im Zeitraum von 1816 bis 1830 erbaut und im Jahr 1830 eingeweiht und eröffnet. Von 1838-1848 erfolgte der Bau der heutigen Antikensammlung in der Form eines griechischen Tempels.
Leo von Klenze und der Maler Peter Cornelius gestalteten das Innere des Museum äußerst prunkvoll. Die Decken der einzelnen Räume wurden nach bestimmten Themen von Cornelius gestaltet, während Klenze die Wände mit Marmor, Stuck und verschiedenen Reliefs dekorierte. Auf diese Art entstand ein Prunkpalast, der von König Ludwig I. und seinem Architekten Leo von Klenze geschaffen wurde.
Der Zweite Weltkrieg ging auch an den Gebäuden am Königsplatz nicht spurlos vorüber. So wurden die bedeutenden Fresken von Peter Cornelius „Die Götter Griechenlands“ (1820-1830) bis auf ein paar Fragmente, völlig zerstört. Der Assyrische Saal wurde ebenfalls zerstört und nicht wieder aufgebaut. Ein sehr fataler Fehler war, das zerstörte Dach nicht wieder zu sichern und herzustellen. Die wertvollen Wand- und Deckengemälde wurden dadurch zerstört und sind unwiederbringlich verloren.
Mit dem Wiederaufbau wurde im Jahre 1947 begonnen und ist maßgeblich dem späteren Museumsleiter Dieter Ohly (Leitung 1962-1978) zu verdanken. Die Münchner Glyptothek wurde 1972 wieder eröffnet, allerdings nicht mehr in der vorigen prunkvollen Art. Sie kann trotz des schlichten Wiederaufbaus eine sehr hohe Qualität aufweisen. Wenn man aber auf die wenigen Überreste des alten Glanzes trifft, zum Beispiel die Malereien im Café oder die Stuckarbeiten im einstigen Niobidensaal, dann kann man den ehemaligen Prunk nur noch erahnen.
Aber ein kleines Erfolgserlebnis konnte am 4. Dezember 2007 verzeichnet werden. Der östliche Sphinx, der sich auf dem Giebel der Außenfassade befand und im Krieg zerstört wurde, konnte als Rekonstruktion wieder ersetzt werden.
Rund um die Glyptothek
Der Verein
Im Jahr 1971 wurde ein Verein zur Förderung der der Glyptothek und der Staatlichen Antikensammlungen gegründet, der die Museen speziell am Königsplatz dabei unterstützen will, das Erbe der Antike zu erhalten und der Bevölkerung weiterhin zugänglich zu machen. Der Verein hat zurzeit ungefähr 800 Mitglieder und ist als gemeinnütziger Verein eingetragen. Durch Spenden und Beiträge der Mitglieder möchte der Verein weiterhin Kunstwerke für das Museum erwerben oder als Dauerleihgabe in die Glyptothek einbringen.
Öffnungszeiten der Glyptothek:
Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr
Mittwoch 10-20 Uhr
Feiertage auf Nachfrage
Eintrittspreise:
Erwachsener 3,50 €
Ermäßigt 2,50 €
Sonntag 1,00 €
Adresse : Königsplatz, 80333 München
Telefon : +49 (0)89 / 599 888 30
E-Mai : info@antike-am-koenigsplatz.mwn.de
Führungen in der Glyptothek jeweils Donnerstag , von 18 – 19 Uhr
Wissenschaftliche Mitarbeiter führen Besucher unentgeltlich durch das Museum. Es werden auch für private Gruppe, Kindergarten- und Schulgruppen Führungen angeboten.
Die Homepage der Glyptothek München lautet.
http://www.antike-am-koenigsplatz.mwn.de/antikensammlung/sonder/index.html

