Besuchstipp für München: Hofgarten
Der Münchener Hofgarten
Wenn Sie die bayerische Landeshauptstadt besuchen, werden Sie an einem Besuch des Englischen Gartens und einer leckeren Mass Bier nicht vorbei kommen. Auch ein Besuch im Deutschen Museum, im Olympiapark oder in der Glyptothek gehört zum Pflichtprogramm für jeden Münchenbesucher. Was allerdings viele nicht kennen und deshalb durchaus als kleiner Geheimtipp bezeichnet werden kann, ist der direkt neben der alten Residenz gelegene Hofgarten mitten im Herzen der Stadt.
Eine im französischen Stil angelegte kleine Parklandschaft, die zu jeder Zeit zum Flanieren und Entspannen einlädt. Besuchen Sie dieses wunderbare Kleinod inmitten der Weltmetropole mit Herz – Sie werden es nicht bereuen!
Der Münchener Hofgarten befindet sich, eingerahmt von der berühmten Residenz, von der aus schon die Kurfürsten und Könige vergangener Epochen ihre Regierungsgeschäfte betrieben, der Staatskanzlei und einem malerischen Laubengang, in nächster Nähe zum Odeonsplatz und der Feldherrenhalle. Vorbei am Café Tambosi, in dem seit vielen Jahrzehnten die Schönen und Reichen und auch ganz Normalen bei einer Tasse Kaffee in den Tag starten, gelangen Sie durch ein ehrwürdiges Portal in die Gartenanlage. Sofort eröffnet sich dem Betrachter die symmetrische Anordnung der Parkelemente.
Ganz nach dem Vorbild berühmter französischer Adelsgärten wie dem von Schloss Versailles wurde von den Architekten großer Wert auf Formen und Linien geachtet. Vom Odeonsplatz kommend betritt der Besucher den Park von der Südwest-Seite und richtet seinen Blick automatisch auf das Herzstück des Parks, einen im Rennaicancestil gestalteten Dianatempel, auf den sich die Wege des Parks sternförmig zubewegen. Bewegt man sich direkt dorthin, kommt man an den vielen streng geometrisch angelegten Grünstreifen vorbei und in den Genuss der farbenprächtigen Blumenbeete, die dem Garten erst die volle Entfaltung seiner Zierde verleihen. Errichtet wurde die gesamte Anlage bereits in den Jahren 1613 bis 1617 unter dem damals regierenden bayrischen Kurfürst Maximilian I., also in einer Zeit, in der die Rennaicance gerade ihre letzten Schatten warf und die Sonne des Barocks ihre ersten Strahlen in die Welt des europäischen Abendlandes entsandte.
Es war auch die Zeit des sich von Frankreich ausbreitenden Absolutismus und es sollte nicht mehr lange dauern bis der Sonnenkönig Ludwig XIV. eine neue Perspektive der Adelszentrierung etablieren würde. Noch weit vor der wirklichen Blütezeit Münchens im 19. Jahrhundert und der Errichtung des Englischen Gartens und der Ludwigstraße, entstand also schon zu einer Zeit, in der München gerade erst aus dem Mittelalter erwacht war, in direkter Nachbarschaft der – übrigens auch sehr sehenswerten und prächtigen, sich südlich anschließenden Residenz – eine wunderbare Gartenlandschaft, die damals freilich nur dem Adel vorbehalten war, heute aber Jedermann zu jeder Zeit des Jahres ein malerisches Bild und einen Ort der Ruhe und Erholung vom hektischen Alltag des Stadtlebens bietet.
In der warmen Jahreszeit breiten sich die Tische des italienischen Cafés Tambosi, in dem schon bekannte Münchner Persönlichkeiten wie Helmut Fischer oder Karl Valentin gerne saßen und sich die Zeit vertrieben, bis weit in die Anlage hinein. Beginnen Sie einen Tag in der bayrischen Landeshauptstadt mit einem ausgedehnten Frühstück und genießen Sie die ersten Sonnenstrahlen des Morgens! Das ganze Jahr über wird hier der Münchner Klassiker schlechthin, Weißwürste mit süßem Senf und Brezel, serviert.
Lassen Sie sich diese Münchner Spezialität schmecken und fahren Sie danach fort mit ihrer Erkundung der Stadt! Vorbei an der Boule-Spielern, die fast zu jeder Jahreszeit, wenn es nicht gerade klirrend kalt und verschneit ist, den westlichen Teil des Parks bevölkern und sich gegenseitig bei Rotwein und Baguette in dem französichen Metallkugelspiel herausfordern, steuern Sie direkt auf das Zentrum des Gartens zu, den bereits erwähnten prachtvollen Dianatempel aus dem 17. Jahrhundert. Der römischen Göttin der Jagd gewidmet, wurde er von dem Architekten Heinrich Schön im italienischen Stil angelegt und als Dreh- und Angelpunkt der Grünanlage konzipiert, auf den alle Wege zu führen. Die Spitze des Tempels bildet eine bronzene Bavaria-Statue, die, genau wie die große Schwester am Rande der Theresienwiese für die Pracht und die Reichtümer des bayrischen Reiches steht.
Gerade in den heißen Sommermonaten, in denen der restliche Teil des Gartens sonnendurchflutet ist, bildet der Dianatempel einen perfekten Kontrapunkt, in dem er dem erschöpften Besucher Schatten und Erholung bietet. In der Zeit von April bis September treffen sich unter seinem Dach an jedem Abend mit gutem Wetter unzählige Tänzer, die zu heißen Latinorhythmen bis spät in die Nacht hinein lateinamerikanische Tänze wie Tango, Salsa und Merengue zum besten geben. Ein Schauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte, auch wenn man selbst keine Sohle aufs Parkett legen will. Zu diesen karibischen Klängen senkt sich die Sommernacht sanft über die Stadt und lädt zum Träumen ein.
Im Osten des Gartens berindet sich in voller Länge die Bayrische Staatskanzlei, von der aus der bayrische Ministerpräsident sowie sein Regierungskabinett ihre Geschäfte betreiben. Im direkten Anschluss an den Hofgarten befindet sich am Fuß der Staatskanzlei noch eine weitere kleine Grünanlage, der sogenannte Finanzgarten. Besuchen Sie also diese herrliche und einladende Grünoase im Herzen der Stadt und fühlen Sie sich wie zuhause!


