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Besuchstipp für München: Schloss Schleißheim

Oktober 25, 2011 Allgemein, München-Besuchstipps keine Kommentare
Schloss Schleißheim

Schloss Schleißheim

Herzog Wilhelm V. von Bayern liebte die einsame Moorlandschaft Schwaige Schleißheim und konnte 1597 dem Domkapitel zu Freising das heutige Schlossgelände samt Margaretenkapelle abringen. Auf den gesamten Prunk des höfischen Lebens legte der Herzog immer weniger Wert. Die Sehnsucht nach religiöser Kontemplation und Abgeschiedenheit veranlasste ihn, in dem wunderschönen bayrischen Landstrich Herrenhaus und Gutshof samt Brauerei und Käserei zu errichten, umgeben von Waldkapellen und abgelegenen Klausen. Zum Dienste des fürstlichen Marstalls ordnete er auch die Errichtung eines Gestütes an.

Aus dieser Landwirtschaft waren lukrative Gewinne zu erzielen, was den Sohn Maximilian I. anregte, sich im Jahr 1616 die kleine Herrenhaus-Anlage des Vaters per Leibrente anzueignen.

Paradies der Kunstschätze

Maximilian war das väterliche Herrenhaus nicht genug und so begann bereits ein Jahr später der Bau des Alten Schlosses Schleißheim, das heute noch in Scharen begeisterte Besucher anzieht. Der beeindruckende Villenstil des Landschlosses gilt als Musterexemplar des oberitalienischen Veneto. Die höfisch pompösen Elemente des Schlosses Schleißheim sind dem Kurfürsten Emanuels zu verdanken, der zwischen 1680 und 1726 eine Residenz des Absolutismus in der einzigartigen Landschaft errichten ließ. Wer heute in Schloss Schleißheim lustwandelt, findet italienische Prägungen im Schloss Lustheim mit den Pavillonbauten und den sehenswerten Deckenfresken. Der europäische Residenzcharakter entstand mit dem Bau des Neuen Schlosses nach dem Jahr 1700. Hier sind die kostbarsten Kunst- und Kulturschätze dieser Epoche zu entdecken.

Wunder der höfischen Gartenkunst

Wer in Schleißheim lustwandelt, wandelt im barocken Lustgarten, der von niederländischen und französischen Impressionen geprägt ist. Broderien und Wasserflächen wechseln sich ab mit Fontänen und Kaskaden. Als Residenzschloss empfängt das Neue Schloss mit seinen einzigartigen Deckenfresken mit süddeutscher Deckenmalerei und prachtvollen Interieurs in prunkvollen Festräumen, die mit ihrem Stuckdekor und geschnitzten Wandvertäfelungen Besucher bezaubern. Altes Schloss und Schloss Lustheim ergänzen die beeindruckende Gartenanlage des 17. Jahrhunderts und versprechen jedem Besucher Kunstgenuss.

Das Porzellanschlösschen

Das Jagdschlösschen Schloss Lustheim entspringt der Kunstfertigkeit des Graubünder Architekten Henrico Zuccalli, der sich im Entwurf von den italienischen Casinobauten leiten ließ. Das Gartenschlösschen bildet das Zentrum der Parkanlage Schloss Schleißheim, von dessen oberstem Geschoss aus ein weiter Blick über die Parkanlage gegeben ist. Dem Anlass gemäß verzieren Fresken die Decke des Festsaals, auf der die Jagdgöttin Diana zu entdecken ist. An das Schloss Lustheim angeschlossen eröffneten Orangerien den Parkzugang, wovon heute nur noch Fragmente zu entdecken sind. Für Liebhaber des Porzellans ist die Meißener Porzellan-Sammlung der Stiftung Ernst Schneider hier zu bestaunen, die in ihrer Bedeutung der des Dresdners Zwingers entspricht.

Sammlungen im Alten Schloss Schleißheim

Auch das Alte Schloss, das seit seinem Gründervater eine wechselvolle Geschichte erlebte, beherbergt heute kostbare Kunstschätze. in Der Sammlung “Das Gottesjahr und seine Feste” sind in der Dauerausstellung zahlreiche religiöse Exponate zu finden. Die Sammlung “Es war ein Land …” stellt die Zeit Ost- und Westpreußens dar und zeichnet ein Bild einer ehemals deutschen Kulturlandschaft nach. Versammelt sind auch berühmte Persönlichkeiten wie Kant oder Halbe, Wiechert und andere.

Das Gemäldeschloss

Kurfürst Max Emanuel wünschte eine Residenz, die den zu erwartenden Kaiserwürden Ehre machen sollte. Um 1700 übernahm Henrico Zuccali die architektonische Federführung und befestigte die Grandmauern der zukünftigen Schlossanlage, doch erst im Jahr 1715 konnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden, da der Kurfürst zwischenzeitlich sein Exil in Paris verbringen musste. Wegen mangelnder Finanzen wurde die ursprüngliche Konzeption reduziert und unter der Bauleitung von Joseph Effner wurde schließlich ein monumentaler Haupttrakt als das Neue Schloss errichtet. Effner legte viel Prunk in den Innenräumen des Neuen Schlosses an. Denn prachtvoll sollte das Neue Schloss in jedem Fall sein.

Wer das Neue Schloss heute besucht, findet barocken Prunk schon im Treppenhaus des Neuen Schlosses, der sich in die verschiedenen Säle eindrucksvoll fortsetzt. Das künstlerische Wirken im Großen Saal, im Viktoriensaal und in der Großen Galerie. entspringt Giuseppe Volpini, Wilhelm de Groff, Johann Baptist Zimmermann, Charles Dubut und Antoine Motté. Auch das Mobiliar zeichnet sich durch meisterhafte Kunst aus. In der Tradition des Kurfürsten Max Emanuel liegt auch die sehenswerte Gemäldesammlung, die das Neue Schloss heute zum Galerieschloss macht. Gemälde aller Kunstepochen sind heute in der Barockgalerie zu bestaunen.

Besucher Information Schloss Schleißheim

Schlosswirtschaft

Die Schlosswirtschaft im Alten Schloss Schleißheim bietet Kulinarisches und eine prachtvolle Ausstattung. Näheres unter: www.schlosswirtschaft-oberschleissheim.de

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Alten und Neuen Schlosses sowie von Schloss Lustheim sind in den Monaten April-September von 9-18 Uhr, in den Monaten Oktober-März von 10-16 Uhr. Die Montage sind generell geschlossen. Auch am 1. Januar, am Faschingsdienstag sowie am 24., 25. und 31. Dezember sind alle Räumlichkeiten geschlossen. Wer die Wasserspiele sehen will, kann sie in den Monaten April bis Mitte September zwischen 10 und 16 Uhr bewundern.

Zugang für Behinderte

Das Alte Schloss ist zum Teil behindertengerecht ausgestattet, ein Aufzug führt ins Hauptgeschoss. Das Neue Schloss kann über Rampen ins Parterre erreicht werden, von wo aus ebenfalls ein Aufzug ins erste Obergeschoss vorhanden ist. Im Schloss Lustheim müssen fünf Stufen zum Eingangsbereich überwunden werden.


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